Musiker versprechen den Supagroove

Neue Band punktet mit Rockhits abseits des Mainstream

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

Montabaur. Wenn eine neue Band ihren ersten öffentlichen Auftritt hat, muss sie sich ihre Sporen erst verdienen – normalerweise jedenfalls. Als die Montabaurer Formation Supagroove im April ihr erstes Konzert gab, platzte die Bar Roundabout jedoch auf Anhieb aus allen Nähten. 300 Fans wollten die neue Gruppe sehen und vor allem hören. Mehr passten nicht ins Lokal. Die Rockmusik der fünf „Supertypen“ und des einen „Superweibs“ passte offensichtlich genau zum Geschmack einer Zielgruppe, die in der Region bislang nicht bedient wurde. „Wir hatten jedenfalls nicht das Gefühl, dass Montabaur übersättigt wäre“, erinnern sich Keyboarder Dirk Günster und Bassist Dominic Staudt.

WWZ20150910Diese Aussage klingt bescheiden, wenn man bedenkt, was sich die Band als nächstes vorgenommen hat: Sie möchte die Stadthalle Haus Mons Tabor füllen – mit ihrem erst zweiten offiziellen Konzert Ende September. Ein ehrgeiziges Ziel, aber „es gibt in Montabaur einfach keine Veranstaltungsorte mittlerer Größe“, erklären Günster und Staudt. Das Roundabout wäre dieses Mal zu klein, haben die Musiker festgestellt. „Dann versuchen wir es eben in der Stadthalle“, sagten sie sich. Für die meisten regionalen Bands wäre dies ein großes Wagnis. Schließlich spielen fast alle Coversongs bekannter Gruppen, vorzugsweise auf Kirmesbühnen in der Umgebung. Doch bei der Auswahl der Stücke wird schnell klar, was Supagroove von anderen Gruppen unterscheidet. Auf Mainstream-Hits wie „Atemlos“, „Summer of 69“ oder auch „99 Luftballons“ wartet man bei der neuen Formation vergebens. „Diese Songs können viele nicht mehr hören“, haben die Musiker festgestellt. Supagroove bieten deshalb etwas anderes: Keine absolut unbekannten Nummern, wie Günster und Staudt versichern. Aber eben Hits, die man lange nicht mehr gehört hat: „Sledgehammer“ von Peter Gabriel zum Beispiel, „Shout“ von Tears for Fears oder auch „Dirty Diana“ von Michael Jackson.

Das Repertoire der neuen Gruppe stammt überwiegend aus den 80er-Jahren und spricht deshalb hauptsächlich ein Publikum zwischen 30 und 60 Jahren an. Der Schwerpunkt liegt allerdings nicht beim Synthie-Pop. Es wird fast durchgängig eine härtere Gangart eingeschlagen. Wenn Supagroove „Jump“ von Van Halen spielen, ist das Gitarrensolo echte Handarbeit.

Nicht zuletzt hat sich die Formation ein Show-Konzept mit hohem Widererkennungswert einfallen lassen. Das Bühnenoutfit der Musiker erinnert an den 80er-Kinofilm „Top Gun“. Als rockende Spezialagenteneinheit haben sich die Musiker sogar passende Künstlernamen zugelegt, unter denen sie zum Beispiel bei Facebook zu finden sind. Supagroove besteht demnach aus Special-Agent „Charlie“ Gh. (Sängerin Thea Gharibian), Master-Artman „CWL“ Webber (Schlagzeuger Christian Weber-Laudagé), Med. Commander „El Commandante“ Doc D. (Bassist Dominic Staudt), Captain Don „Viper“ Grand (Sänger Mirco Moritz), Technical Sergeant „Mad“ Fighter (Gitarrist Matthias Münz) und Ltd. Major „The Knife“ McHam (Keyboarder Dirk Günster).

Trotz der erst jungen Bandgeschichte sind die 30- bis 40-Jährigen freilich keine musikalischen Neulinge. Sie kennen sich seit Jahren, spielten früher zusammen in der Big Band Boden und proben schon lange zusammen. Das merkt auch der Zuhörer spätestens, wenn Supagroove anfangen zu spielen. Zu hören sind dann nicht etwa Einzelstücke als seichte Hintergrundbeschallung, sondern zweieinhalb bis drei Stunden Powermusik. Das Programm bestimmt die Band und nicht der Veranstalter, sagen die Supagroover selbstbewusst. Als Gegenleistung gibt es ein Konzert, das diesen Namen verdient.

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 10. September 2015

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